25 Jahre Geraer „Bambini-Cup“, aber nur 23 Turniere
Nächste Auflage folgt am 20. Januar

 
Weit über Thüringen hinaus bekannt


von Manfred Malinka

 

In diesem Jahr wurde der Geraer „Bambini-Cup“ im Hallenfußball mit seiner 23. Auflage 25 Jahre alt. Erstmals startete das bundesweite Turnier der U8, dem jüngeren Jahrgang der F-Junioren, am 22. März 1998 in der Sporthalle Vollersdorfer Straße in Gera. Erster Turniersieger war der FC Carl Zeiss Jena vor Gastgeber und Initiator FC Geraer Dynamos und dem 1. FC Greiz. In der Folge spielten in den 22 weiteren Veranstaltungen 231 verschiedene Mannschaften aus bislang elf Bundesländern und Tschechien das bekannte Turnier. Mit vier Siegen des FC Sachsen Leipzig und jeweils drei des FSV Zwickau und RB Leipzig ist der „Bambini-Cup“ bisher eine sächsische Domäne.

Eigentlich hätte 2023 schon die 26. Auflage der bekannten Veranstaltung stattfinden sollen, aber 2001, 2021 und 2022 gab es keine Turniere. Über 2000 Kinder fegten bisher über das Parkett der Vollersdorfer Straße, der „Ossel“ und ab dem 6. Cup am 27. Mai 2004 über das der neu erbauten Panndorfhalle. 109 Einzelauszeichnungen wurden bei 23 Auflagen vergeben. Nicht alltäglich ist, dass am Turnierende auch noch einmal zehn Spieler, die sonst eher selten in den Genuss einer Einzelehrung kommen - jeweils einer aus jedem Team - mit einem Preis dieser Zeitung geehrt werden. Ab der zehnten Auflage 2008 waren mit Hertha BSC und dem 1. FC Nürnberg erstmals Bundesligisten am Start, die auch gleich Turnier-Sieger und -Zweiter wurden.

Mit der Teilnahme von Okula Nyrsko aus Tschechien wurde der „Bambini-Cup“ auch international. Ein Top-Event war die 20. Auflage am 27. und 28. Januar 2018, dass sich „20 Teams zum 20.“ nannte und am zweiten Turniertag den FSV Zwickau im Endspiel mit 1:0 gegen RB Leipzig als Sieger sah. Zu den Einzelgeehrten des Hallenspektakels gehörte dreimal Florian Trinks, der 1998 bester Torschütze, 1999 größtes Kämpferherz und im Jahr 2000 bester Techniker wurde. Bis in die Bundesliga führte der Weg des heute 31-Jährigen, der 2009 U17-Europameister war und heute in der Nähe von Nürnberg lebt. 







Zwei Mal holte der Herthaner Torben Rhein Einzeltitel, heute steht er bei Bayern München unter Vertrag und ist an Austria Lustenau ausgeliehen. Vater Peter sagt: „Torben erinnert sich noch an jedes Detail des Geraer Turniers. Es war das erste größere Turnier mit Hertha.“ Das „größere Turnier“ zeichnet sich auch dadurch aus, dass den Teams von jeher keine Startgebühren abverlangt werden, die anderenorts gang und gäbe sind.

Zudem nächtigen Teams, die einen Tag vor dem Cup anreisen müssen, mit zehn Kindern und zwei Trainern gratis in einem Hotel oder Pension der Umgebung. Der Friedrichshof in Bad Klosterlausnitz, der „Adler“ in Großebersdorf und der „Obstler“ in Zwötzen sind hier jahrelange Unterstützer. Beim diesjährigen Turnier machten von diesem Service immerhin sechs der zehn Vereine Gebrauch. Den hohen Etat für das hochwertige Turnier sichern seit Beginn an aber auch Unternehmen wie das Druckhaus Gera, Autolackiererei Adam, die Firmen Kalwach, Schreiner und Haase. Bereits bei 19 von 23 Auflagen hatte ein Geraer Stadtoberhaupt die Schirmherrschaft.

Die 20. Könnte es werden, wenn am 20. Januar 2024 die 24. Auflage gespielt wird. In diesem Jahr waren erstmals die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit einer Mannschaft in Gera dabei. Rheinland-Pfalz, Saarland, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Hamburg sollen alsbald folgen, sodass spätestens bei der 25. Auflage sozusagen ganz Deutschland beim „Bambini“-Cup in Gera dabei gewesen ist.
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